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Kleine und große Anwartschaft: wo liegt der Unterschied?
Was ist eine Anwartschaftsversicherung?
Eine Anwartschaftsversicherung ist eine Art Ruhevereinbarung für deine private Krankenversicherung. Du zahlst einen reduzierten Beitrag, dafür ruht dein Vertrag. Während dieser Zeit bekommst du keine Leistungen, aber deine erworbenen Rechte bleiben erhalten. Der große Vorteil: Wenn du den Vertrag später wieder aktivierst, ist keine neue Gesundheitsprüfung nötig. Krankheiten, die in der Zwischenzeit aufgetreten sind, führen also nicht zu neuen Zuschlägen oder zu einer Ablehnung. Genau dieser Schutz macht die Anwartschaft für Einsatzkräfte mit freier Heilfürsorge so wertvoll. Warum das wichtig ist: Steigst du ganz ohne Anwartschaft erst später in die private Krankenversicherung ein, wirken sich gleich zwei Dinge auf deinen Beitrag aus, nämlich dein dann erreichtes, höheres Alter und dein aktueller Gesundheitszustand, der über eine neue Gesundheitsprüfung bewertet wird. Genau hier setzen die beiden Varianten an: Die kleine Anwartschaft sichert deinen Gesundheitszustand, das spätere Eintrittsalter wirkt sich aber weiterhin auf den Beitrag aus. Die große Anwartschaft berücksichtigt zusätzlich dein ursprüngliches Eintrittsalter und bildet Alterungsrückstellungen.
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Ein Mann steht vor einem Rettungswagen und schreibt mit einem blauen Stift auf ein leeres Whiteboard.
Kleine Anwartschaft:
der Gesundheitszustand bleibt gesichert
Die Grundformel ist einfach: Ruhegehalt gleich ruhegehaltfähige Dienstbezüge mal Ruhegehaltssatz. Kompliziert sind nur die beiden Bausteine dahinter. Der Ruhegehaltssatz steigt für jedes Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit um 1,79375 Prozent. Er ist auf höchstens 71,75 Prozent begrenzt, und diesen Höchstsatz erreichst du erst nach 40 vollen Dienstjahren. Im Bund ist das in Paragraf 14 des Beamtenversorgungsgesetzes geregelt, die Länder haben vergleichbare Vorschriften. Die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge sind nicht dein volles Bruttogehalt. Dazu zählen im Wesentlichen dein letztes Grundgehalt, der Familienzuschlag der Stufe 1 und bestimmte ruhegehaltfähige Zulagen. Viele Zuschläge aus dem aktiven Dienst, etwa für Schicht- oder Wechseldienst, fallen dagegen weg. Deshalb liegt die Bemessungsgrundlage spürbar unter deinem gewohnten Brutto.
Große Anwartschaft: Eintrittsalter und Alterungsrückstellungen bleiben erhalten
Die große Anwartschaft geht einen Schritt weiter. Sie sichert nicht nur deinen Gesundheitszustand, sondern berücksichtigt auch dein ursprüngliches Eintrittsalter und bildet als Einzige während der Ruhephase weiter Alterungsrückstellungen. Bei der Reaktivierung wirken beide Effekte zusammen und wirken sich in der Regel günstig auf deinen späteren Beitrag aus. Eine feste Beitragsgarantie ist das aber nicht, da sich Beiträge in der privaten Krankenversicherung grundsätzlich verändern können. Die große Anwartschaft ist deutlich teurer als die kleine, bleibt aber klar unter dem vollen Beitrag.
Der Unterschied auf einen Blick
Merkmal Kleine Anwartschaft Große Anwartschaft
Gesundheitszustand gesichert Ja Ja
Eintrittsalter berücksichtigt Nein Ja
Alterungsrückstellungen Nein Ja, werden weiter gebildet
Beitrag gering höher, aber unter Volltarif
Eher geeignet bei kürzeren Pausen langen Pausen, Heilfürsorge

Die Tabelle zeigt die Grundsystematik. Konkrete Beiträge, Fristen und Bedingungen hängen von Versicherer und Tarif ab.

Was heißt das für dich mit Heilfürsorge?
Als Feuerwehrbeamter im Einsatzdienst hast du, sofern Anspruch auf freie Heilfürsorge besteht, während der aktiven Zeit deine Krankheitskosten über den Dienstherrn abgedeckt. In dieser Phase baust du ohne eine große Anwartschaft keine Alterungsrückstellungen für eine spätere private Krankenversicherung auf. Denn eine kleine Anwartschaft friert nur deinen Gesundheitszustand ein, während nur die große zusätzlich weiter Alterungsrückstellungen bildet. Steigst du erst bei Pensionsbeginn ein, richtet sich dein Beitrag nach deinem dann hohen Alter und deinem aktuellen Gesundheitszustand. Weil dieser Zeitraum bei der Feuerwehr lang sein kann, kann hier die große Anwartschaft sinnvoll sein. Spätestens mit der Verbeamtung auf Lebenszeit solltest du prüfen, ob du von der kleinen auf die große umstellst. Ob klein oder groß besser passt, hängt von der erwarteten Heilfürsorgedauer, deinem Alter, dem Beitrag und dem Tarif ab.
Zwei Dinge, die du nicht vergessen darfst
Unabhängig von der Krankenabsicherung besteht eine gesetzliche Pflicht zur Pflegeversicherung. Sie läuft über eine private oder soziale Pflegepflichtversicherung, da die Heilfürsorge Pflege nicht abdeckt. Für die Reaktivierung gelten je nach Tarif Fristen. Versäumst du sie, kann das Recht auf Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung verfallen. Prüfe die Frist in deinen Tarifbedingungen.
Du willst wissen, welche Anwartschaft zu deiner Dienstlaufbahn passt? Kläre es im kostenfreien Erstgespräch mit uns.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen kleiner und großer Anwartschaft?
Was kostet eine Anwartschaft?
Welche Anwartschaft brauche ich mit Heilfürsorge?
Kann ich von der kleinen in die große Anwartschaft wechseln?
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