© 2026 Retterfinanz. Alle Rechte vorbehalten.
BU‒Versicherung: Förderung und Steuervorteile
Lässt sich eine BU überhaupt fördern?
Eine direkte staatliche Zulage wie bei Riester gibt es für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht. Die Förderung läuft über die Steuer: Du kannst die Beiträge absetzen. Wie viel dabei am Ende herauskommt, hängt stark von der Vertragsform ab. Es gibt zwei Wege, und sie funktionieren steuerlich völlig unterschiedlich.
5 von 5 basierend auf 250+ Bewertungen
Weg 1: die eigenständige BU
Schließt du die Berufsunfähigkeitsversicherung eigenständig ab, zählen die Beiträge zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Der absetzbare Höchstbetrag liegt 2026 bei 1.900 Euro für Angestellte und Beamte sowie 2.800 Euro für Selbstständige. In der Praxis ist dieser Topf bei den meisten schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft, sodass die reine BU steuerlich oft wenig bringt. Der große Vorteil zeigt sich im Leistungsfall: Die BU-Rente wird nur mit dem niedrigen Ertragsanteil besteuert.
Weg 2: die BU als Zusatz zur Rürup‒Rente
Koppelst du die Berufsunfähigkeit an eine Basisrente, also die Rürup-Rente, zählen die Beiträge zu den Altersvorsorgeaufwendungen. Diese sind 2026 zu 100 Prozent absetzbar, bis zu 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Verheiratete. Voraussetzung ist in der Regel, dass mindestens die Hälfte des Beitrags in die Altersvorsorge fließt. Das ergibt einen echten Steuerhebel, vor allem bei einem hohen Steuersatz.
Der Haken am Rürup-Weg
Im Leistungsfall wird die BU-Rente mit dem höheren Besteuerungsanteil versteuert, 2026 sind das 84 Prozent. Der Vertrag ist weniger flexibel und das Kapital fest gebunden. Für mittlere Einkommen ist die eigenständige BU im Ergebnis deshalb oft die bessere Wahl.
Was heißt das für Einsatzkräfte?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, weil es auf deinen Steuersatz und deine schon genutzten Freibeträge ankommt. Für viele Einsatzkräfte mit mittlerem Einkommen ist die klassische eigenständige BU am Ende attraktiver, weil die Leistung geringer besteuert wird und der Vertrag flexibel bleibt. Für verbeamtete Feuerwehrleute kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die beste Förderung nützt nichts, wenn die Dienstunfähigkeitsklausel nicht passt. Erst die richtige Klausel, dann die Steueroptimierung.
Unsere Rolle
Wir rechnen beide Wege für deine konkrete Situation durch. Dabei schauen wir auf deinen Grenzsteuersatz, auf bereits ausgeschöpfte Höchstbeträge und bei Beamten auf die Qualität der Dienstunfähigkeitsklausel. Am Ende siehst du schwarz auf weiß, welcher Weg dir netto am meisten bringt.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich meine BU-Versicherung von der Steuer absetzen?
Was ist eine geförderte BU oder Rürup-BU?
Lohnt sich die geförderte BU immer?